Gemäß der Verordnung UN ECE R141 muss die Warnung im präzise Kriterien erfüllen, damit der Fahrer jederzeit über den Zustand der Bereifung (auch des Anhängers) informiert ist.
Die Warnung muss unmittelbar im Sichtfeld des Fahrers (Fahrerhaus/Armaturenbrett) erfolgen. Hier sind die Details zur Umsetzung:
1. Art der Warnung (Optisch & Akustisch)
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Optisches Signal: Es muss zwingend ein optisches Warnsignal geben. Dies ist meist die bekannte gelbe oder rote RDKS-Kontrollleuchte (ein stilisierter Reifenquerschnitt mit Ausrufezeichen).
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Anzeige im Display: Bei modernen Lkw wird die Warnung oft durch eine Textmeldung oder ein Diagramm im Multifunktionsdisplay ergänzt, das genau anzeigt, welcher Reifen betroffen ist.
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Akustisches Signal: Ergänzend zum optischen Signal geben viele Systeme beim ersten Auftreten des Fehlers einen Warnton ab, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen.
2. Warnschwellen und Zeiten
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Druckverlust: Wenn der Reifendruck um mehr als 20 % unter den Solldruck sinkt oder einen Mindestdruck von 150 kPa (1,5 bar) unterschreitet.
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Zeitfaktor: Die Warnung muss innerhalb von 10 Minuten (bei kumulierter Fahrzeit) nach Eintreten des Druckverlusts erfolgen.
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Systemfehler: Besteht eine Störung am RDKS selbst (z. B. Sensor defekt oder Batterie leer), muss dies ebenfalls optisch angezeigt werden.
3. Kommunikation mit dem Anhänger (Trailer)
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Schnittstelle: Die Daten vom Anhänger müssen an das Zugfahrzeug übertragen werden. Dies geschieht standardmäßig über das EBS-Kabel (ISO 11992-Schnittstelle) oder per Funk.
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Anzeige: Der Fahrer sieht im Cockpit der Zugmaschine auch die Fehlermeldungen des Trailers.
4. Sonderfall: Reifendruckregelsysteme (TPRS)
Falls der Lkw mit einem automatischen Nachfüllsystem (TPRS) ausgestattet ist, gelten leicht andere Regeln:
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Hier muss das System eine Abweichung von 5 % bereits innerhalb von 10 Minuten automatisch ausgleichen.
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Eine Warnung im Cockpit erfolgt hier oft erst dann, wenn das Nachfüllsystem den Druckverlust nicht mehr kompensieren kann (z. B. bei einem großen Leck).
